Historie der Firma Waldholz

Vom Selbstverbraucher zum forstwirtschaftlichen Unternehmen mit über 400 Kunden

Wir, drei Cousins, die aus Spaß an der Sache und dem eigenen Bedarf vor über 25 Jahren zusammen angefangen haben Brennholz zu „machen“, stehen nun vor einer besonderen Herausforderung – unser Holzplatz zwischen Nieder-Mörlen und Ober-Mörlen soll nach einer Anzeige aus der Gemeindeverwaltung Ober-Mörlen geschlossen werden.

Im folgenden beschreiben wir unseren Werdegang um Ihnen einen Einblick in die verschiedenen Abschnitte unseres Hobbies zu geben, das zur Berufung wurde.

Aug  2018Aus bekannten Gründen hat die Geschäftstätigkeit stark nachgelassen, wir haben die GbR aufgelöst und Stephan Kremer führt die Firma Waldholz als Einzelunternehmer weiter.

Dez  2016Ein Jahr im „Nebel der Ungewissheit“. All unsere Bemühungen ein bezahlbares Gewerbegrundstück zum Kauf oder zur Pacht zu erlangen scheitern an nicht refinanzierbaren Preisen. Die Nachfrage nach frischem Brennholz ist relativ gering.

Dez  2015Der Brennholzverkauf 2015 lief gut, wir haben bis einen Tag vor Weihnachten unsere komplette Lagermenge von ca. 490 rm verkauft. Zwischen den Jahren das Verladepodest abgebaut und jetzt nur noch unser eigenes, privates Brennholz auf dem Platz.

Sep 2015Am 1. September wird unser Einspruch gegen den Bußgeldbescheid in Höhe von 7.300 Euro wegen illegaler Holzlagerung öffentlich verhandelt. Die Richterin beim Amtsgericht Friedberg hat sich die Situation ausführlich schildern lassen, geduldig alle Argumente beider Parteien angehört und nach einer knappen Stunde -Im Namen des Volkes- das Bußgeld auf 2.100 Euro herabgesetzt.

Jan 2015Da die Räumung unseres Lagerplatzes feststeht und wir bis heute keine für uns geeignete und finanzierbare neue Fläche gefunden haben, kaufen wir erstmals seit 20 Jahren kein Stammholz ein.

Nov 2014Wetteraukreis fordert die endgültige Einstellung der Brennholzverarbeitung und Lagerung – Das Kreisbauamt Friedberg sieht (bestätigt durch die Erklärungen des Ministeriums) keinerlei Erfolgsaussichten für ein Baugenehmigungsverfahren zur nachträglichen Legalisierung unseres Holzplatzes. Wir werden aufgefordert die Nutzung des Platzes zur Lagerung und Aufbereitung von Brennholz spätestens bis zum 31.01.2015 einzustellen und das Brennholz vom Grundstück zu entfernen.

Okt 2014Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung klärt uns über die Sach- und Rechtslage auf – Laut Ministerium kann die Herstellung von Brennholz nur bis zur folgenden Produktionsstufe zum priviligierten, forstwirtschaftlichen Bereich gezählt werden:

  • Ablängen des Stammholzes auf 1 m
  • Abspalten und Aufsetzen zu Raummeterbänken

Nicht zum forstwirtschaftlichen, privilegiertem Bereich gehöre das Schneiden auf Ofenlänge und das Lagern von ofenfertigem Brennholz. Desweiteren würde unser Holzlagerplatz einen massiven Eingriff in die hohe Artendichte von Flora und Fauna darstellen. Eine mögliche Legalisierung durch ein entsprechendes bauleitplanerisches Verfahren (Aufstellung eines einfachen Bebauungsplanes) lehnen beide betroffenen Gemeinden ab.

Sep 2014Der Hessische Landtag hat einen Beschluss zu unserer Petition erlassen – Der Hessische Landtag hat in seiner 24. Plenarsitzung am 15.10.2014 beschlossen, die Petition an die Landesregierung zu überweisen, um uns über die genaue Sach- und Rechtslage zu unterrichten.

Apr 2014Selbst entwickeltes Verladepodest wird in Betrieb genommen – Um unsere „gewickelten“ Raummeter zu verladen, bzw. auszuwickeln, haben wir im Frühjahr 2014 unser selbstkonstruiertes Verladepodest in Betrieb genommen. Ein batteriegespeister Elektromotor dreht den in ca. 2,50 m Höhe stehenden „gewickelten“ Raummeter. Das trockene, ofenfertige Brennholz fällt durch einen Trichter in den darunter stehenden Anhänger.

Jul 2012Drohende Räumungsanordnung ruht so lange die Petition in Bearbeitung ist – Das Kreisbauamt Friedberg hat uns einen Aufschub der Räumung gewährt, so lange die Petition bearbeitet wird. In der Hoffnung auf einen positiven Bescheid haben wir den Betrieb weitergeführt.

Jun 2012Wir reichen eine Petition beim Hessischen Landtag ein – Mit der Privilegierungsbescheinigung des Forstamtes und weiteren für uns plausibel erscheinenden Argumenten haben wir im Juni 2012 beim Hessischen Landtag eine Petition eingereicht, mit dem Ziel weiter auf unseren Wiesenflächen Brennholz produzieren und lagern zu dürfen.

Mai 2012Hessen-Forst – Forstamt Weilrod stuft uns als forstwirtschaftliches Unternehmen ein, dem eine Privilegierung nach BBauG erteilt werden muss – Den größten Teil unseres Brennholzes kaufen wir als Stammholz beim landeseigenen Betrieb Hessen-Forst, Forstamt Weilrod. Der stellvertretende Amtsleiter des Forstamtes hat uns schriftlich die forstwirtschaftliche Privilegierung bescheinigt.

Mär 2012Anzeige aus der Gemeindeverwaltung Ober-Mörlen wegen illegalen Holzlagerns – Einer Anzeige aus der Gemeindeverwaltung Ober-Mörlen beim Fachdienst für Bauordnung des Wetteraukreises (ehem. Kreisbauamt) folgt die Eröffnung eines Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen uns. Ein Räumungsbescheid mit Androhung von bis zu 10.000,- Euro Zwangsgeld wird bei der Anhörung beim Wetteraukreis in Aussicht gestellt. Für Holzpolter über 40 cbm ist seit 2011 eine Baugenehmigung erforderlich. Baugenehmigungen im Außenbereich werden nur für privilegierte Tätigkeiten im Land-/Forstwirtschaftlichen Bereich erteilt. Herstellen, Lagern und Vertrieb von ofenfertigem Brennholz wird als „normale Gewerbetätigkeit“ angesehen. Gewerbebetriebe im Außenbereich sind unzulässig.

Apr 2010Zwecks Lagerung und Trocknung „wickeln“ wir unser Brennholz zu 1 Raummeter-Einheiten – Seit April 2010 „wickeln“ wir je einen Raummeter ofenfertiges Scheitholz auf einer modifizierten Europalette. Dafür haben wir uns einen Drehtisch ausgedacht und selbst gebaut. Dieser Drehtisch wird mit zwei Posch Pack-Fix-Tonnen bestückt. Während eine Tonne befüllt wird, kann die zweite Tonne gewickelt werden. Unsere Idee mit dem Drehtisch wurde von Posch übernommen und ist im Posch-Katalog bestellbar.

Mai 2007Quantensprung für unser Brennholzgeschäft – Säge- und Spaltautomat von Posch gekauft – Die stetig steigende Brennholznachfrage können wir im „Meterscheitverfahren“ nicht mehr bewältigen, deswegen kaufen wir im Frühjahr 2007 einen Säge-/Spaltautomaten der Firma Posch. Dieser verarbeitet Stammholz von 15 bis 50 cm Durchmesser direkt zu ofenfertigem Scheitholz. Das Scheitholz lagern und trocknen wir in ca. 25 Raummeter fassenden Gitter-Rondells, aus denen es zum Verkauf per Hand umgeladen wird.

Aug 2006Gründung der Waldholz GbR – Der Brennholzverkauf beginnt. Hessen-Forst gibt größere Brennholzmengen nur an angemeldete Unternehmen ab. Wir bekommen immer öfter Anfragen nach forstwirtschaftlichen Dienstleistungen. Deswegen entscheiden wir uns im August 2006 die Waldholz GbR zu gründen.

Zusammen mit einem auf Stundenbasis beschäftigtem Forstwirtschaftsmeister schlagen wir für das hiesige Forstamt Wert-/Brennholz ein und übernehmen kleinere forstwirtschaftliche Aufträge.

Jan 2005Vom Hobby zum Nebenerwerb – Immer öfters fragen Verwandte und Bekannte nach Brennholz. Wir kaufen einen hydraulischen Stehendspalter und freuen uns über die enorme Arbeitserleichterung.

1990-2000Noch ganz Privat – Spaß am Arbeiten im Freien und das gute Gefühl, selbst etwas für die eigene Energieversorgung tun zu können, hat uns zum gemeinsamen Brennholzmachen gebracht. Seit 2000 lagern wir unser privates Brennholz auf unseren zwei nebeneinander liegenden Wiesenflächen.